Phantasie ohne Grenzen

Bücherwelt

Spielfrau und Sarazene

Reenactment ist etwas, das meinen Mann und mich gleichermaßen fasziniert. Eine Epoche möglichst genau anhand zeitgenössischer Literatur zu recherchieren und nachzuempfinden, eröffnet einem völlig neue Horizonte. Natürlich hat die Detailtreue ihre Grenzen und ich gestehe, dass ich die historische Genauigkeit des Öfteren zugunsten der Bequemlichkeit aufgebe. 

Unsere Darstellung haben wir rund um Kaiser Friedrich den II. von Sizilien zu Beginn des 13. Jahrhunderts entwickelt. Am Hofe des Staufers waren Sarazenen ein fester Bestandteil der Leibwache, des Gefolges und der Unterhaltung. Friedrich war sehr interessiert an den wissenschaftlichen Errungenschaften der arabischen Welt, die zu damaliger Zeit geradezu bahnbrechend waren.  

Mein Mann stellt den Sarazenen Ramah-al-Barq dar, der Teil der Leibgarde ist. Neben handwerklichem Geschick zeichnet ihn vor allem der gekonnte Umgang mit Schwert und Lanze aus. Lassen ihm seine militärischen Verpflichtungen Zeit, dann kann man ihn häufig mit Schnitzmesser und Speckstein antreffen. Er fertigt Ringe, Kettenanhänger und kleinere Gegenstände des täglichen Gebrauchs aus diesem schönen Material. 

Ich habe lange überlegt, ob auch ich eine Sarazenin darstellen möchte, habe mich dann aber dagegen entschieden. Ich bin nun einmal mit Leib und Seele Spielfrau. Natürlich hat sich mein Kleidungsstil dem meines sarazenischen Gefährten angepasst, denn auch der Kaiser sah seine Künstler gern in dieser Tracht. Mein Name ist Aghnia al Saarisin. Mit Laute, Flöte und meiner Darbuka sitze ich im Lager oder im bunten Treiben der Märkte und unterhalte die Gäste mit Liedern. Dabei war es mir immer wichtig, nicht die üblichen obszönen Trinkgesänge zum Besten zu geben. Ich habe vielmehr in den alten Schriften nach Texten von Walther von der Vogelweide  und von Saadi, einem persischen Künstler, gesucht. Diese gehören in die Zeit unserer Darstellung, und es sind meine Lieblingsdichter. Die Melodien hierzu sind größtenteils selbst erdacht. In diesem Jahr wird als Glanzstück meiner Darstellung eine Drehleier dazukommen, die ein guter Freund für mich gebaut hat. Natürlich erzähle ich auch sehr gerne Geschichten. Obwohl meistens Kinder zuhören, sind bei mir immer auch Erwachsene herzlich willkommen, denn die Erzählungen aus 1001er Nacht und dem altdeutschen Sagenschatz sind für jeden lehrreich und unterhaltend.

Neben den Märkten, die wir aus alter Verbundenheit zu lieben Freunden immer wieder besuchen, sind wir auch gerne auf Anfrage unterwegs, um Kinderfeste, Themenwochen oder andere Veranstaltungen mit unseren Angeboten zu bereichern.

Wenn ihr wissen möchtet, wo ich in der kommenden Saison anzutreffen bin oder wie man uns buchen kann, könnt ihr hier gerne eine Nachricht hinterlassen. Ein Link folgt demnächst an dieser Stelle.