Phantasie ohne Grenzen

Bücherwelt

Irgendwann kommt der Moment, in dem man selber kreativ werden will. Was läge da näher, als die Faszination des eigenen Hobbies Mittelalter mit der Liebe zu Fantasyromanen zu verbinden?

Viele Ideensammlungen, Gespräche und Skizzen später setzt man sich an die Tastatur und tippt die ersten schüchternen Sätze. Und dann beginnt die Geschichte plötzlich, sich selbstständig zu machen. Die Figuren entwickeln ein Eigenleben, wollen einfach nicht mehr so, wie man es sich ausgedacht hat.

Und nach einer Phase des Aufbegehrens, in der man versucht, seine alten Ideen zu retten, gibt man einfach auf.  Man beginnt, den Vorschlägen der Personen und den Windungen des Weges zu folgen und ist oft überrascht, wohin einen das führt. 

So ging es mir, als ich mich daran machte, mein erstes Buchprojekt zu realisieren. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich Situationen umschreiben musste, weil ich plötzlich feststellte, dass sie sich nicht logisch genug entwickelt hatten. Wie oft ich Kapitel umstellte, Absätze strich oder Figuren veränderte, bis ich endlich das Gefühl hatte, zufrieden sein zu können. 

Nach zähen Verhandlungen mit dem ein oder anderen Verlagshaus hatte ich mich dafür entschieden, es einfach im Selbstverlag zu versuchen. Und als ich mich dann endlich festgelegt hatte, ging es ans Korrekturlesen, Formatieren der Datensätze und an etliche fehlerhafte Uploadversuche. Am Ende konnte ich den Gedanken, noch einmal etwas überarbeiten zu müssen, wirklich kaum noch ertragen. 

Doch eines Tages war es tatsächlich geschafft. Der Testdruck meines ersten Buches lag säuberlich verpackt vor mir auf dem Tisch. Es war ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Und in diesem Moment wusste ich mit absoluter Sicherheit, dass sich die vielen Stunden mühsamer Feinarbeit mehr als gelohnt hatten.

Und nun  sitze ich an der Fortsetzung. Einiges in meinen Arbeitsabläufen hat sich verändert, vieles mache ich nun anders, doch eines ist geblieben: meine Figuren haben noch immer das Talent, mich mit ungeahnten Fertigkeiten und Charakterzügen aus dem Konzept zu bringen. Und das ist auch gut so, denn nur so entwickelt jede Erzählung ihr ganz eigenes Gesicht.